Sehnsucht nach Kapstadt

    Informationen zur Veranstaltung

    Datum:10.09.2009
    Zeit:Beginn 20:00 Uhr
    Ort:Bibliothek Mark Twain, Foyer
    Zusatzinformation:Eintritt frei, vorherige Anmeldung erwünscht

    Beschreibung

    Porträt Otto de Kat

    Otto De Kat (Niederlande) liest als Gast des Internationalen Literaturfestivals Berlin 2009 beim "Literarischen Frühstück" in der Bezirkszentralbibliothek Mark Twain.

    Gastmoderator ist Martin Jankowski vom Internationalen Literaturfestival Berlin.

    © Klaas Koppe Quelle: promo ilb

    Aus dem Inhalt des Romans

    Buchumschlag Sehnsucht nach Kapstadt.jpg"Sehnsucht nach Kapstadt" erzählt in einer äußerst distanzierten Sprache von der unstillbaren inneren Getriebenheit und der Sehnsucht des Ankommens, die Utopie bleiben muss - ein Abenteuerroman eben.

    Perfekt in der Komposition, feinsinnig in der psychologischen Gestaltung der Figuren, ist diese magische Reise eines Getriebenen eine Geschichte, die lange nachklingt.

    Im Januar 1935 verlässt Rob, ein junger Niederländer, auf der Cape Town seine Heimat: Es ist ein endgültiger Abschied, seine Eltern winken vom Kai aus, die Adressen, die er von seinem Vater bekommen hat, zerreißt er vor dessen Augen und wirft die Schnipsel ins Meer.

    Endlich sieht er die Chance, der bürgerlichen Enge, dem "Unvermeidlichen", wie er es nennt, zu entfliehen und "der Abenteurer zu werden, der er war".

    In Südafrika, wo er Arbeit in einer Goldmine findet, hält es ihn nicht, bald bricht er wieder auf, kämpft in Niederländisch - Indien als Freiwilliger gegen die japanischen Invasoren, gerät in Gefangenschaft. Dort, im Lager von Bandung, lernt er den gleichaltrigen Guus kennen, mit dem er sich eng befreundet.

    Doch als die beiden als Gefangene über Singapur nach Nagasaki gebracht werden sollen, kommt es zur Katastrophe: Das Schiff wird torpediert, die Freunde springen ins Meer Guus verschwindet spurlos.

    über den Autor Otto De Kat

    Quelle: promo ilb (gekürzte Fassung)

    Otto de Kat wurde 1946 unter dem bürgerlichen Namen Jan Geurt Gaarlandt in Rotterdam geboren.

    Er studierte Theologie und Niederländische Literatur an der Universität von Leiden und arbeitete anschließend als Literaturkritiker für die Zeitungen »De Volkskrant« und »Vrij Nederland« sowie als Verleger.

    1986 gründete er den Verlag Balans, bei dem Sachbücher aus den Bereichen Politik, Geschichte, Psychologie und Religion sowie Biografien und Memoiren erscheinen.

    22 Jahre nach seinem literarischen Debüt mit dem Gedichtband »Het ironisch handvest« (1976; Ü: Die ironische Charta) veröffentlichte er unter dem Pseudonym Otto de Kat seinen ersten Roman, »Man in de verte« (1998; dt. »Mann in der Ferne«, 2003). Auf knapp hundert Seiten entsteht das Porträt eines Einzelgängers, der sein Leben lang unterwegs war und immer mehr in der Vergangenheit ankommt.

    Auch die nächsten beiden Werke de Kats variieren die Uneinholbarkeit der Vergangenheit.

    Der mit dem Halewijn-Literaturpreis ausgezeichnete Roman »De inscheper« (2004; dt. »Sehnsucht nach Kapstadt«, 2006) erzählt von einem Mann, der ständig zu neuen Ufern aufbricht. Doch seine Suche nach einem eigenen Leben bleibt eine Flucht vor seiner als unerträglich eng empfundenen Herkunft.

    De Kats dritter Roman, »Julia« (2008), spielt erneut zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Der musische Sohn eines Fabrikbesitzers soll in Lübeck das Arbeitsleben kennenlernen, bevor er das Werk des Vaters übernimmt. Er verliebt sich in eine Frau, die er nach den Novemberpogromen in unsicherer Lage zurücklässt, als er auf ihren Rat hin nach Holland heimkehrt. Das Leben, das er damit aufgibt, überschattet und zerstört seine ganze spätere Existenz. »Julia« erscheint 2010 auch in Deutschland.

    De Kats Werke wurden außerdem ins Französische und Englische übertragen. Der Autor gab kürzlich die Leitung seines Verlages ab.

    Er lebt in Amsterdam.

    Auf dieser Seite kommt der Begriff Autor vor, der im Wörterbuch in Standardsprache erklärt wird.