Und täglich grüßt der Kafka aus der Telekom

Porträt Ze Do RockZé do Rock (geboren am 3. Juni 1956 in Porto Alegre, Brasilien) ist ein in München lebender brasilianischer Schriftsteller, der auf Deutsch und teilweise auf Portugiesisch schreibt.

Zé do Rock, unter dessen Vorfahren sich deutsche, litauische und russische Einwanderer befinden, wuchs in Brasilien auf.

Er ist Kabarettist und Autor. 2004 begann er mit der Produktion seines Filmes Schroeder liegt in Brasilien.

Sämtliche Urheberrechte liegen beim Autor Ze Do Rock. Sie dürfen nicht, auch nicht auszugsweise, diese Veröffentlichung ohne Zustimmung des Autors, egal in welcher Form, verwenden.

Der positive klischee über Deutschland ist, dass es ein land ist, wo alles funktioniert. Der negative klischee, dass die deutschen kalt und schlecht gelaunt sind. Das stimmt natürlich alles nicht. Heute aber möchte ich über das positive klischee sprechen, also wird es nicht sehr positiv sein...

Eines tages ging mein telefon nicht mehr. Ich musste von einem anderen telefon die Telekom anrufen und ihr mitteilen, dass nichts mehr ging. Sie sagten, sie werden sich darum kymmern. Ein paar tage später rief ich wieder an, und sie sagten, sie werden sich darum kümmern. Eine woche später rief ich wieder an, und sie sagten, sie haben inzwischen rausgefunden, dass das problem nicht auf der straße war, sondern im haus. Ja sauber, wenn man eine woche braucht, um das rauszufinden, wie lange braucht man, um die leitung zu reparieren? Sie sagten, es soll nicht mehr lange dauern. Da ich auf wichtige telefonate wartete, rief ich bei der direxion an, aber der mega chef war nicht da, oder wollte nicht mit mir sprechen, so hab ich ein fax gesendet. Ich sagte, ich schreibe gerade einen artikel über die service-wüste Deutschland, und ob die firma so stark interessiert sei, im artikel groß rauszukommen. Und die tage vergingen, ich rief weiter bei der hotline an und schickte weiter faxe an die direkzion, ich war am verzweifeln. Dann bekam ich ein fax von der Telekom: man sagte mir, man hat vergeblich versucht, mich telefonisch zu erreichen, um mir mitzuteilen, dass man sich mit meinem fall befasst und bald alles wieder gut sein wird. Toll, dass sich die Telekom bemüht, mir über mein kaputtes telefon mitzuteilen, dass man es bald reparieren wird. Nach 16 tagen kam endlich die erlösung. Ganz zufällig ging ich mal aus, sah den Telekom-techniker, der am kabelkasten rumwerkelte, und dann einen anderen Telekom-techniker kommen, der fragte, was der andere da mache. Ja, die leitung reparieren. „Aber ich sollte die leitung reparieren!“. Ybrigens, der chef rief mich dann an und entschuldigte sich tausendfach, gab mir sogar ein guthaben von 500 mark, und da ich auch käuflich bin, hab ich darauf verzichtet, die Telekom im artikel zu erwähnen. Naja, er hat sich wirklich sehr entschuldigt, und dann war nicht mehr viel platz im artikel.