Story Teil 18 [Autor]
"Und was, wenn nicht?", jammerte er. "Was glaubt ihr, was passiert, wenn ich ohne Opa nach Hause komme! Meine Oma reißt mir den Kopf ab! Schon wieder! Mehr als zweimal kann man den bei uns nicht wieder ankleben! Und habt ihr schon mal versucht, ohne Kopf zu essen? Das macht echt keinen Spaß!""Ach, was weißdu denn schon?", mischte sich Frau Merkel - mittlerweile sturzbetrunken - ein. "Weißdu, was keinen Spaß macht? Hm? Weißdu das? Bumbeskanslerin su sein, das macht keinen Spaß! Echt nich! Immer meckern alle mit mir! Die Bild-Seidung un die andern Polidiker un die blöde Bevölkerung, mecker, mecker, mecker! Immer bin ich an allem schuld! Anner Atomkraft bin ich schuld, un anner FDP bin ich schuld, un an den Arbeitslosen sowieso. Blöde Arbeitslose, blöde. Das sin die Schlimmsten."
"Bei uns gibt es keine Arbeitslosen", bemerkte Muz.
"Echt nich?", fragte Frau Merkel. "Wie habt ihr das denn angestellt? Habt ihr die alle heimlich in die Ostsee geworfen, oder wie? Das hab ich mir nämlich auch schon mal überlegt, aber das wollten die Grünen dann nich, wegen der Umweltverschmutzung. Blöde Grüne, blöde."
"Nein", sagte Muz. "Ist eigentlich ganz einfach. Bei uns gibt es keine Arbeitslosen, weil wir die Arbeit abgeschafft haben."
"Ach was?!", sagte Frau Merkel und öffnete die nächste Flasche Bier. "Is ja hochinteressant! Da muss man ersdma drauf kommen. Un das funktioniert echt?"
"Absolut", sagte Muz.
Frau Merkel kratzte sich nachdenklich am Hinterkopf, während sie die nächste Flasche exte.
"Sach ma", sagte sie schließlich. "Gibt’s bei euch auch Bier?"
"Na klar", antwortete Muz. "Das wächst bei uns an Bäumen. Wir haben vier davon im Garten, drei Pilsbäume und einen Weizenbaum."
"Spitzenmäßig!", rief Frau Merkel begeistert. "Ich hab da nämlich ne Idee! Pass auf! Ich würd mir das gern mal angucken, wie das so läuft da bei euch, mit ohne Arbeit un so weider. Was hältst du davon, wenn wir mir so’n paar Tentakel annen Bauch kleben, un dann nimmst du mich mit un ich tu so, als wär ich dein Oppa? Ich mein, im Gesicht sehen wir uns ja eh verdammt ähnlich, hat Carl Gustaf vorhin nämlich auch su mir gesacht. Un meine Stimme kann ich ja verstellen, das krieg ich hin, mach ich im Bundestach auch manchmal, dann meinen immer alle, der Guido hätt was gesacht, hat er aber gar nich. Na, was meinste? Is doch'n Spitzenplan, oder?"
"Hm", sagte Muz nachdenklich. "Oma ist sowieso schon auf fünf Augen blind. Wenn Sie sich immer links von ihr halten, könnte das tatsächlich funktionieren."
"Na prima!", rief Frau Merkel begeistert und warf beim Aufstehen ihren Stuhl um. "Dann lass uns abhauen! Mein Bier is gleich alle!"
In diesem Moment, tausende Kilometer entfernt, lief Oz plötzlich ein eiskalter Schauer über beide seiner Rücken.
"Oh, Entschuldigung!" rief Frau Holle, die über ihm am Fenster stand und eines ihrer Kissen ausschüttelte. "Ich wollte sie nicht treffen! Aber keine Sorge, das ist nur Schnee!"
Oz erhöhte kurz seine Körpertemperatur um zwanzig Grad und schüttelte die Tropfen ab, bevor er sich wieder dem Geschehen widmete.
"Kenne ich dich nicht irgendwoher, Herr Rupi?", hatte das Mädchen namens Gretel den hässlichen Kerl mit der Schneeschaufel gerade gefragt.
"Halt gefälligst die Klappe, wenn sich Erwachsene unterhalten!", blaffte Rupert sie scharf an. "Hier geht’s gerade um Geld, du Rotzgöre!"
"Hey, lass gefälligst meine Schwester in Ruhe!", fuhr Hans-Hubert sofort dazwischen.
"Halt dich da raus, du kleiner Wichtigtuer!", erwiderte Rupert schroff. "Sonst setzt’s was!"
Gretel fing an zu weinen.
"Oh, Mann, auch das noch!", stöhnte Rupert. "Eine Heulsuse!"
"Das ...", schluchzte Gretel. "Das hat Papa ... auch immer ... zu mir gesagt."
"Nicht weinen, Gretel", versuchte ihr Bruder sie zu beruhigen. "Du weißt doch, Papa war ein Arschloch. Und davon gibt es leider viel zu viele auf der Welt."
Plötzlich prasselte ein heftiger Schneesturm auf alle Beteiligten herab.
"Gretel?!", rief eine Stimme schrill von oben herab. " Hat er gerade Gretel gesagt?! Rupert! Rupert! Das sind sie! Das sind unsere Kinder!"
Wir sagen Danke
Wir möchten an dieser Stelle nicht versäumen, den zahlreichen Sponsoren dieses Projektes für ihre finanzielle Unterstützung zu danken:
Bezirksamt Marzahn-HellersdorfAmt für Bildung und Kultur
Förderverein der Stadtbibliothek Marzahn-Hellersdorf e.V.
Schreibende Schüler e.V.
Lützowstraße 33
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EKZ Bibliotheksservice GmbH
Postfach 1542
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cantus
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Kantstraße 139
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Buchhandlung im KIK
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3W-Media Marketing GmbH
Marzahner Promenade 47
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Carmen Winter
Dozentin für kreatives Schreiben
Große Müllroser Str. 71
15232 Frankfurt (Oder)
Antje Püpke
Designerin und Illustratorin
Grottkauer Str. 35
12621 Berlin

