Story Teil 14 [Autor]

Als Orkan seine Augen wieder öffnete, war Muz samt seinen ekligen Körperausscheidungen verschwunden.

"Krass, Alder!", rief Orkan begeistert. "Mein Wunsch hat geklappt!"

"Hey!", beschwerte sich Oz. "Was habt ihr mit meinem Opa gemacht?!"

"Das war dein Opa?", wunderte sich Robert. "Der sah aber viel jünger aus als du."

"Fang bloß nicht damit an", stöhnte Oz. "Er hat sich schon siebenundzwanzig Mal liften und den Schleim absaugen lassen. Er lässt sich sogar die Tentakel maniküren. Dabei ist er schon fast zwölf!"

"Dein Opa ist erst zwölf?", fragte Anna erstaunt.

"Ja", sagte Oz. "Kangianer werden nicht alt. Das liegt an der schlechten Ernährung. Zu viele Vitamine und Ballaststoffe. Bei uns gibt es nämlich kein Fastfood, das ist schon vor Jahrzehnten ausgestorben. Deswegen sind wir eigentlich auch hier. Wir sollten zuerst Hotzenplotz verhaften und euch dann ein paar dieser Dönertiere abkaufen, um sie bei uns anzusiedeln. Ach ja, und ein paar von diesen Viechern, aus denen ihr diese leckeren Pommes macht, könnten wir auch gut gebrauchen. Wir bezahlen sie euch natürlich. Ihr nehmt doch intergalaktische Kreditkarten?"

"Erst ab fuffzisch Euro, Alder", sagte Orkan. "Und nur mit Geheimzahl."

"Verrat mir lieber erst mal, was du mit meinem Opa angestellt hast!", fuhr Oz ihn an und hob ihn mit seinen Tentakeln in die Luft. "Los, spuck’s aus! Was hast du mit ihm gemacht?!"

"Alder, mach disch mal locker", erwiderte Orkan. "Isch hab mir nur gewünscht, dass der ganze Schlabberkram verschwindet, isch hab nämlisch gestern erst geputzt. Isch hab kein Plan, was mit deinem Oppa passiert ist, da hab isch nix mit zu tun, escht ned."

"Ähm", meldete sich Gerhard kleinlaut zu Wort. "Ich fürchte, das war mal wieder meine Schuld. Ein kleiner Zauberreflex, tut mir leid, aber die Essensmanieren Ihres Herrn Großvaters ließen doch sehr zu wünschen übrig."

"Du hast meinen Opa weggezaubert?!", wendete sich Oz an ihn. "Dann zaubere ihn gefälligst wieder zurück! Aber zackig!"

"Sorry", sagte Gerhard und zuckte verlegen mit den Schultern. "Ich weiß leider nicht, wie das geht."

"Oh, Mann!", stöhnte Oz und griff sich mit allen Tentakeln gleichzeitig entsetzt an die Stirn. "Was mach ich denn jetzt?! Der Alte hat doch das Portemonnaie einstecken! Und die Schlüssel für unser UFO hat er auch!"

"Keine Sorge", meldete sich Angela Merkel zu Wort. "Das ist mir auch passiert. Irgendwann taucht er wieder auf. Fragt sich nur, wo und als was. Wenn sie Glück haben, kommt er wie ich als Schweinchen zurück, das könnten Sie dann auch mitnehmen und bei sich zu Hause ansiedeln. So ein Schweinebraten ist nämlich sehr lecker."

"Bloß ned!", sagte Orkan. "Schweine sind dreckig, die darf man als Muslime ned essen!"

"Wir sind hier aber nicht in Muslimien", sagte Angela Merkel. "Wir sind in Deutschland. Und in Deutschland isst man Schweinebraten. Sie müssen sich auch mal ein bisschen integrieren, Herr Orkan."

"Muss isch gar ned", erwiderte Orkan. "Außerdem gibt’s des gar ned, Muslimien."

"Gibt’s wohl!", entgegnete Angela Merkel. "Fragen Sie doch unseren Außenminister, den Guido, der war da neulich erst, hat er mir selbst erzählt!"

"Also, ich fürchte, Orkan hat recht, Angela", sagte Carl Gustaf. "Von Muslimien habe ich auch noch nie etwas gehört."

"Doch, das gibt es!", wehrte sich Angela Merkel. "Ich ruf den Guido gleich mal an, dann kann ich es beweisen! Hat mal jemand ein Handy? Meins liegt noch bei Herrn Hotzenplotz im Schwing..., äh, ich meine, im Fitness-Club."

Orkan drückte ihr sein Handy in die Hand, sie tippte auf dem Nummern-Display herum.

"Hallo, Guido?", sagte sie nach einem Moment. "Stör ich? ... Wie bitte? Was machst du gerade mit deinem Mann? ... Oh! Tut mir leid, dauert auch nicht lang! ... Ja, schöne Grüße zurück ... Hier, pass auf, du warst doch neulich auf Dienstreise in Muslimien, oder? ... Was? Malediven? Mist! Aber es war irgendwas mit m, das wusste ich ... Hör zu, noch was anderes ..."

Sie entfernte sich ein paar Schritte und begann leiser zu sprechen.

"Sag mal, haben wir eigentlich ein Handelsabkommen mit den Kangianern? ... Ja, Kangianer, ich habe gerade einen hier ... Woher soll ich das denn wissen? Bin ich der Außenminister, oder du? ... Was? ... Nein, das macht gar nichts, Englisch kannst du doch auch nicht ... Ja, gut, ich lass mir seine Karte geben ... Ja, heute nicht mehr, sag ich ihm ... Gut, bis dann, Tschü-üs!"

Sie gab Orkan leicht zerknirscht das Handy zurück.

"Ja, okay, dann gibt es eben kein Muslimien", gab sie kleinlaut zu. "Aber das ist noch lang kein Grund, sich nicht zu integrieren und außerirdischen Besuchern unseren leckeren Schweinebraten madig zu machen, verstanden?"

Orkan nickte um des lieben Friedens Willen.

"Und was ist jetzt mit meinem Opa?", fragte Oz verzweifelt. "Wenn er nicht bald wieder auftaucht, muss ich das UFO kurzschließen und nach Hause Geld holen. Und das dauert dann wieder hin und zurück drei Jahre, dann bin ich schon fast zehn und in Rente."

"Keine Sorge", sagte Gerhard verlegen. "Er taucht bestimmt bald wieder auf."

Währenddessen hatte Elvis im Maisfeld eine Idee.

"Du musst nach Amerika, Tendzin?" sprach er den Dalai Lama mit seinem Vornamen an.

"Ja", seufzte Tendzin. "Und das auch noch mitten im Berufsverkehr."

"Da hab ich früher mal gewohnt", sagte Elvis. "In Memphis. Und ich kenne da eine tolle Werkstatt. Vielleicht kannst du uns ja bis dahin abschleppen? Das wäre echt klasse!"

"Natürlich, kein Problem", sagte Tendzin. "Hast du ein Abschleppseil dabei?"

"Klar, immer", sagte Elvis. "Das ist bei den Marilyn-Modellen von Geburt an dabei."

Die beiden machten sich an die Arbeit und befestigten das Abschleppseil am Fluggefährt des Dalai Lama.

"Vielleicht gibt’s in Amerika ja auch einen schönen Wald", sagte Gretel, während sie an ihrem fünften Maiskolben knabberte. "Dann könnten wir gleich da bleiben."

"Ach, ich weiß nicht", sagte Hans-Hubert mit skeptischer Miene. "Da versteht uns doch keiner. Und außerdem ..."

Weiter kam er nicht, denn direkt neben ihm begann es plötzlich zu zischen. Ein blauer Blitz erschien aus dem Nichts, gefolgt von einer dichten Rauchwolke.

Hans-Hubert und Gretel sprangen erschreckt zur Seite. Als der Rauch sich aufgelöst hatte, sahen sie eine sehr seltsame Gestalt vor sich stehen.

"Mugghaaar", knurrte die Gestalt und sah sich verwirrt um.

"Was ist das denn?", fragte Hans-Hubert.

"Keine Ahnung", sagte Gretel und ging vorsichtig einen Schritt näher an die Gestalt heran. "Es riecht nach Döner. Und es sabbert."

"Wo bin ich denn hier gelandet?", fragte die Gestalt und kratzte sich mit zweien seiner Tentakel am Kopf. "Habt ihr was zu essen?"

"Hier", sagte Gretel und streckte der Gestalt einen Maiskolben entgegen. "Die sind echt lecker. Und gesund."

"Gesund?!", schrie die Gestalt entsetzt auf. "Geh bloß weg damit! Gesundes Essen ist Gift für die Gesundheit!"

"Offenbar ein Amerikaner", stellte Hans-Hubert fest. "Spricht aber ganz gut deutsch."

"Oz, bist du das?", rief der Dalai Lama plötzlich erstaunt.

"Nein", antwortete die Gestalt. "Ich bin Muz, sein Opa. Oz ist aber auch hier, irgendwo."

"Sein Opa?", sagte Tendzin verwundert. "Dann musst du ja schon fast zwölf sein. Mensch, du hast dich aber gut gehalten!"

"Ja, Dankeschön", sagte Muz und strich sich leicht grün werdend durch die Haare. "Ich ernähre mich bewusst ungesund und vermeide jede Art von Bewegung."

"Das ist ja ein Ding!", sagte Tenzin. "Es ist ewig her, dass ich zum letzten Mal auf Kangianus war. Dein Enkel hat mir damals jeden Tag die Füße gewaschen. Was macht ihr denn hier? Wollt ihr mal wieder einen Planeten zerstören?"

"Nein", antwortete Muz. "Eigentlich sind wir nur zum Einkaufen hier. Aber irgendwas ist da gehörig schiefgelaufen. Kennst du dich hier aus? Eben war ich noch in einem Döner-Supermarkt, da müsste ich wieder hin, Oz wartet bestimmt schon auf mich, ich hab nämlich die Schlüssel für unser UFO."

"Kein Problem, das finden wir schon, ich kann dich mitnehmen", sagte Tendzin. "Wir müssten nur kurz vorher noch einen Abstecher nach Amerika machen, da hab ich was zu erledigen."

"Von mir aus", sagte Muz. "Solang es da was ungesundes zu essen gibt."

"Das sollte kein Problem sein", sagte der Dalai Lama. "Los, steigt alle ein. Wenn wir uns beeilen, schaffen wir es doch noch vorm Berufsverkehr über den Atlantik."

Hans-Hubert und Gretel stiegen zu Elvis in den Wagen, Muz nahm vorne im Stern des Dalai Lamas Platz, und die wohl ungewöhnlichste Karawane des Universums setzte sich himmelwärts in Bewegung.

Wir sagen Danke

Wir möchten an dieser Stelle nicht versäumen, den zahlreichen Sponsoren dieses Projektes für ihre finanzielle Unterstützung zu danken:

Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf.
Amt für Bildung und Kultur

Förderverein der Stadtbibliothek Marzahn-Hellersdorf e.V.

Schreibende Schüler e.V..
Lützowstraße 33
10785 Berlin

EKZ Bibliotheksservice GmbH.
Postfach 1542
72705 Reutlingen

cantus.
Buch- und Musikalienhandlung
Kantstraße 139
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Buchhandlung im KIK
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3W-Media Marketing GmbH.
Marzahner Promenade 47
12679 Berlin

Carmen Winter.
Dozentin für kreatives Schreiben
Große Müllroser Str. 71
15232 Frankfurt (Oder)

Antje Püpke.
Designerin und Illustratorin
Grottkauer Str. 35
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