Story Teil 13 [Florian, 19 Jahre]

"Auf jeden Fall hat er ein ziemlich cooles Auto, so werden wir schnell wieder daheim sein!" , entgegnete Gretel.

Als sie das sagte, wehte ihr die Klimaanlage frische Luft ins Gesicht, als wollte sich Marilyn dafür bedanken.

"Ach, das ist sicher nur ein ganz fauler Trick ..." "Guck mal, da!", unterbrach sie ihren Bruder, "da kommt etwas großes Leuchtendes direkt auf uns zugeflogen. Sieht aus wie ein Stern."

"Ach du meine Güte. Erst dieser komische Typ mit seinem merkwürdigen Auto, und jetzt ein Stern, der auf uns zufliegt", entfuhr es Hans-Hubert genervt, "langsam reicht es mir aber, ich komme mir ja vor wie in einem Buch, das von einer Horde durchgeknallter Kinder geschrieben wurde!"

"Verdammt!", mischte sich ihr Chauffeur Elvis panisch ein und zeigte nach rechts. Von dort kam etwas auf sie zugeflogen. Etwas Leuchtendes und ungeheuer Schnelles. "Wumms" machte es, und ein heller Lichtblitz traf die Drei. "Hilfe", rief Gretel. Hans-Hubert suchte blind nach ihrer Hand und drückte sie ganz fest.

"Crschht", machte Muz, als ihn der "König von Pinkydinky-Land", wie ihn Robert spöttisch nannte, zum zweiten Mal besiegte, und brach in Tränen - etwas das sehr an Mutters Spezialbrei erinnerte - aus.

"Ach, mach dir nichts draus", tröstete ihn Oz und klopfte ihm auf die Schulter. "Kangianer-Tentakel sind nicht für solche Aufgaben geschaffen. Sie sind gemacht, um unsere Feinde zu erwürgen und ihnen das Hirn rauszureißen."

"Myuhahar", stimmte Muz grinsend zu. "Tut mir leid, Erdlinge", sprach Oz weiter, "er hat ständig diese Komplexe".

Anna und Robert sahen sich an: Ein Außerirdischer, der Komplexe hatte?

Der Sonntagsfamilienausflug schien jetzt doch ganz interessant zu werden.

Orkan kam mit dem Essen: "Yo Alter, zwei fett Dönertellah mit pommes, bidde, ....ihhhhgitttt, was ist das fürn Scheiß, das dürft ihr aba selbst wegmachn!", beschwerte er sich über die zu Boden getropften Tränen. "Eeeeeeendlich", sabberte Muz, wobei sich die Pfütze nur noch mehr vergrößerte. Er verschlang den Teller so schnell, dass Gerhard für einen Moment glaubte, er hätte die Portion weggezaubert.

Muz's "Bauch" fing an zu blubbern. "Urghhh, da war ja Gammelfleisch drin!" beschwerte er sich, ging auf Orkan zu und wedelte mit seinen Tentakeln bedrohlich durch die Luft. "Nix Gammelfleisch!", protestierte der Dönerbudenbesitzer.

Unterdessen brüllte Elvis: "Gut festhalten, wir stürzen ab!" und redete hastig auf Marilyn ein, als hoffte er, dass sich das dem Boden nähernde Gefährt es sich anders überlegt. Zu spät.

Mit einem lauten Knall, viel Gequietsche und jeder Menge aufwirbelndem Staub "landete" das merkwürdige Fahrzeug.

Als Hans-Hubert wieder zu sich kam, lag er inmitten eines riesigen Maisfeldes. Es knalle noch mal.

Ein Maiskolben flog ihm direkt in die Arme. Er sah sich um: Rechts von ihm lag "Marilyn", welche nicht danach aussah, als sei sie gerade aus Hunderten von Metern abgestürzt.

Links neben ihm wachte Gretel gerade auf. Dann bemerkte er Elvis, welcher total verstört auf dem "Auto" herum hämmerte und immer wieder verzweifelt "Marilyn kleines, mach schon!" rief.

Er drehte es sich zu den Beiden um. "Tut mir leid. Jetzt können wir nur noch ganz normal weiterfahren, bis ich sie repariert habe. Aber dazu müssten wir in die Werkstatt. Außerdem könnte ich mir das nicht leisten, denn ich zahle noch immer die Schulden bei meinem achso-tollen großen Bruder ab. Der schummelt nämlich ganz hinterhältig beim Pokern, das sag ich euch!"

Hans-Hubert und Gretel sahen sich sprachlos an.

Wütend näherte sich Muz Orkan, der sich in seiner Ehre verletzt fühlte und die Fäuste hob: "Ich geb dir gleich Gammelfleisch, Alter. Was willste Junge, komm mal klar!" "Mugghaaar" brummte der Kangianer grimmig.

"Guckt mal da! Ein Stern!", unterbrach Anna die Beiden. "Krasse Scheiße! Jetzte kann ich nen krass-konkreten Wunsch machen, Digga!", sagte Orkan aufgeregt, schloss die Augen und wünschte sich etwas.

Einen Moment später sahen alle zu wie der Stern mit etwas zusammenkrachte und zu Boden fiel.

Die drei Abgestürzten bahnten sich einen Weg durch das Maisfeld. "Man, sind die lecker", sagte Gretel und knabberte weiter an ihrem inzwischen viertem Maiskolben. "Vielleicht sollten wir ja auf ein Maisfeld umziehen?"

Doch Hans-Hubert war zu beschäftigt, um über ihre Frage nachzudenken.

Er zeigte auf einen merkwürdigen Mann, der sich verwirrt den Kopf hielt. "Was ist das denn für ein Opi?", fragte Gretel.

Elvis war dazugekommen und betrachtete ihren Fund. "Das, meine Freunde", er holte tief Luft, "ist der Dalai Lama."

Er begrüßte den alten Mann: "Lang nicht gesehen, man, hast du dich verändert! Nur der schreckliche Flugstil ist immer noch der selbe." "Manche Angewohnheiten ändern sich wohl nie.", entgegnete der Dalai Lama und lachte lautstark. "Wohl wahr, wohl wahr, aber sag mal, was verschlägt dich hierher, ich hörte, du wärst zuletzt in Tibet unterwegs?", fragte Elvis.

"Meine Pläne haben sich leider geändert", begann er der Alte, den Gretel und Hans-Hubert immer noch ungläubig anstarrten, zu erzählen: " Dein Bruder hat mich neulich beim Pokern abgezogen und jetzt muss ich meine Schulden abarbeiten. Derzeit muss ich alle Wünsche der Menschen erfüllen. Gerade bin ich unterwegs nach Amerika, zu einem ausgewanderten Ehepaar, dass sich ihre zurückgelassenen Kinder zurückwünscht."

"Ob unsere Eltern uns wohl vermissen?", fragte sich Gretel.

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