Story Teil 1 [Benjamin, 13 Jahre]

Sonntagsfamilienausflug.

Robert und Anna saßen in der Bahn.

Sonntagsfamilienausflüge.

Wozu gibt es sie überhaupt? Niemand, wirklich niemand würde sie vermissen, wenn sie nicht vorhanden wären. Seit es sie gibt, haben sie nur Leid über die Welt gebracht.

Sonntagsfamilienausflüge.

Kein guter Erziehungsratgeber kann sie empfehlen.

Sonntagsfamilienausflüge.

Leider sind sie bei Eltern trotz allem sehr beliebt.

Sonntagsfamilienausflug.

Robert und Anna saßen in der Bahn. Ersterer wusste bereits genau, wie es ablaufen würde: so wie immer.

Nach einer elend langen Fahrt mit dem achsosuperschnellem Hochgeschwindigkeitszug werden sie zu ihrem (also dem der Eltern) Reiseziel kommen: einem Wald, der nur aus verkrüppelten Bäumen besteht.

Als erstes wird sich herausstellen, dass der überhauptnichtvergessliche Vater mal wieder die exorbitant wichtige Karte zu Hause liegen gelassen hat.

Nach 5 Stunden "wohltuenden Wanderns" (sinnfreien Umherirrens) ohne Pause wird die Familie eine Stelle finden, die weder von spitzen Steinen, noch von knorrigen Wurzeln bedeckt ist.

Das ist dann der geeignete Ort, um ein Picknick zu machen, und zwar mit "Mutters Spezialbrei". Dieser ist eine Mischung aus mehreren abgelaufenen Lebensmitteln und - damit der Brei überhaupt nach irgendetwas schmeckt - billigen Chips.

Er enthält zwar noch viele Zutaten mehr, davon will jedoch zu Recht niemand etwas wissen. Wenn die Familie besonders viel Pech hat, muss sie das Zeug auch noch essen. Nach ewigem Herumlaufen werden sie dann doch irgendwie nach Hause kommen.

So ähnlich lief der Sonntagsfamilienausflug tatsächlich ab. Als sie ankamen, merkte Robert aber, dass "ein Wald, der nur aus verkrüppelten Bäumen besteht" doch arg optimistisch ausgedrückt war.

Die Eltern wollten natürlich nicht zugeben, dass ihre sorgfältig ausgesuchte Wanderung der Flop des Jahrtausends war. Deshalb hieß es von der Mutter (mit extrem großer Überzeugungskraft): "Mann, das ist ja Natur pur, oder? Eine wahre Panoramalandschaft!" "Genau!", fügte der Vater hinzu. "Ich habe sogar die Karte bei!"

Und tatsächlich: er zog eine Karte aus der Jackentasche. "Hier!" protzte er, als hätte er gerade die größte Tat seines Lebens vollbracht (was vielleicht auch stimmt).

"Hier! Guckt!Häh? Sverige?" Also doch nichts mit "größter Tat seines Lebens". Er hatte die Schwedenkarte eingepackt. Also kam es doch so, wie Robert es sich gedacht hatte. Beim Picknicken mit "Mutters Spezialbrei" gab es jedoch eine überraschende Wendung...

Roberts Schwester Anna war übel. Wirklich übel. Sie wollte (wurde von ihren Eltern gezwungen) gerade den Löffel mit dem Brei, der aussah, als hätte man ihn schon mehrmals gegessen, zu ihrem Mund führen, als die Familie ein seltsames Geräusch hörte.

Aus dem Busch (falls man das trockene, tote Gesträuch das dort lag, so bezeichnen kann) tönte es: "Grunz grunz grunz!Grunz! Grunz grunz! Grunz grunz grunz grunz grunz grunz!"

"Hilfe!" schrie die Mutter, die vor ein paar Stunden noch von "Natur pur" geschwärmt hatte.

"Hilfe! Ein W-W-W-Wildschwein!" So wurde die Familie schnell von dem "absolut perfekten Picknickplatz" weggezerrt. Sie ließen alles stehen.

"Schnell! Schneller! Das Wildschwein darf uns nicht kriegen!"

Als die Familie schon lange weggerannt war, hieß es aus dem Gebüsch neben der Picknickdecke: "Die blöden Wanderer fallen auch immer wieder auf den Trick mit dem aufgenommenen Wildschweingrunzen herein!" "Mal sehen, was die Feiglinge uns Leckeres zum Essen dagelassen haben... würg! Kotz!

Wir sagen Danke

Wir möchten an dieser Stelle nicht versäumen, den zahlreichen Sponsoren dieses Projektes für ihre finanzielle Unterstützung zu danken:

Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf.
Amt für Bildung und Kultur

Förderverein der Stadtbibliothek Marzahn-Hellersdorf e.V.

Schreibende Schüler e.V..
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cantus.
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Marzahner Promenade 47
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Carmen Winter.
Dozentin für kreatives Schreiben
Große Müllroser Str. 71
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Antje Püpke.
Designerin und Illustratorin
Grottkauer Str. 35
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