Menschen und Landschaften

Frau mit 2 Kindern unter einem Baum, Bild von Vera Feyerherd

Vom 1. bis 26. Februar 2010 wird in der Mittelpunktbibliothek Ehm Welk eine Ausstellung der Künstlerin und Autorin Vera Feyerherd zu sehen sein.

Im Rahmen der Ausstellung und in der Reihe "Der literarische Kaffeeplausch" findet am 3. Februar 2010 um 15.00 Uhr eine Lesung aus ihrem literarischen Tagebuch unter dem Titel "Kreuzwege des Lebens" statt.

Im Anschluss an die Lesung besteht die Möglichkeit das Buch zu erwerben und signieren zu lassen.

Erstmals stellt die Dichterin Vera Feyerherd, Malerin, Hochschuldozentin, Slawistin, Kennerin der russischen Literatur, ein sehr persönliches Tagebuch vor.

Schon lange schreibt die 85-jährige Autorin Gedichte und Erzählungen.

Mit viel Hingabe malt sie Bilder.

Der Horizont

Der Horizont

Vor der eisgrauen Meeresoberfläche, die den Großteil des Aquarells einnimmt und die durch die dunkle Linie des Horizonts von dem etwas lichteren aber dennoch wolkenverhüllten Himmel begrenzt wird, läuft ein kleiner, etwa vierjähriger Junge am Ufer entlang.

Die Gesichtszüge des blondlockigen Kindes sind nicht zu erkennen, aber seine Körpersprache drückt Enttäuschung aus, seine Stimmung ist gedrückt. Zur Rechten des Kindes rollen die Wellen schäumend an den Strand und netzen seine bloßen Füßchen.

Das Kind hält das Köpfchen gesenkt, es blickt nicht zurück auf das Meer, an dessen Horizont ein weißes Segel dem Wellenschlag ausgesetzt ist. Das in ein Wolljäckchen mit aufgekrempelten Ärmeln vorsorglich gekleidete Kind folgt offenbar widerwillig mit hängenden Schultern dem Ruf seiner Mutter nach Hause.

Das Abenteuer des Meeres liegt hinter seinem Rücken. Es muss sich von ihm entfernen, aber es hält die soeben ausgezogene feuchte Badehose wie abwesend an einem Zipfel der linken Hand.

-Vera Feyerherd-

Bildnis eines jungen Mannes

Bildnis eines jungen Mannes in Jeans-Jacke

"Eine verwegene Gestalt", meinte ein Betrachter des Bildes, „der hat so etwas Besonderes an sich ..., ein Junge, kaum achtzehn Jahre alt.“

Die Jeansjacke ist nicht zugeknöpft, der Kragen ordentlich zurück gelegt. Der junge Mann trägt sie stolz, darunter ein landesübliches Hemd. Es ist rostbraun mit nicht sehr auffälligen großen Karos. Das Hemd steht bis zum dritten oder vierten Knopf offen. Auf der entblößten Brust des jungen Mannes schimmert ein feines Goldkettchen.

Wirres ungebändigtes schulterlangs dunkelblondes Haar rahmt das jungenhaft-zarte Gesicht des 'Verwegenen' ein. Ein alter, verbeulter Hut ist tief in die Stirn gezogen. Aber dann sind da die Augen unter den dunklen, fein geschwungenen Brauen.

Die glasklaren Augen sehen an dem Betrachter vorbei in die Ferne oder vielleicht in das eigene Innere hinein. Sie verweigern sich jedem Blickkontakt. Und dann ist da die lässig im Mundwinkel gehaltene Zigarette.

-Vera Feyerherd-

Mit Klick auf ein Bild erhalten Sie eine größere Ansicht.