Archiv Ausstellungen 2009

Ausstellung in der Bibliothek Mark Twain

Menschen in Mali

Werner Laube

Eine fotografische Zeitreise 1967 bis 2006.

Vom 1. bis 30. April 2009 zeigt die Bezirkszentralbibliothek Mark Twain die brillanten Fotos des Grafikers Werner Laube.

Außerdem wird Werner Laube über seine Erlebnisse innerhalb der Lesereihe "Das literarische Frühstück" und der Vortragsreihe "Lebende Bücher" am 22. April 2009 um 10.00 Uhr berichten.

Die ausgestellten Fotos sind in der Republik Mali entstanden.

Mit 1,2 Millionen Quadratkilometern Fläche gehört die frühere französische Kolonie (1880 bis 1960) zu den größten Ländern Westafrikas. Ihre Bevölkerung zählt heute etwa 11 Millionen Menschen, die wieder rund 20 verschiedenen Ethnien angehören.

Als DDR-Bürger und Mitglied einer Brigade der Freundschaft der Freien Deutschen Jugend lebte und arbeitete Werner Laube von 1967 bis 1969 in Mali. In der täglichen Arbeit als Tischler, Zimmermann, Kraftfahrer und Aushilfsdolmetscher, aber auch auf mehreren Reisen zu den Stromschnellen des Senegal, nach Djenne, Mopti und Timbuktu sowie in das geheimnisumwobene Dogon-Land um Bandiagara lernte er Menschen der verschiedensten ethnischen Gruppen kennen.

Ihre fröhliche und aufgeschlossene Art, ihre klangvolle Sprache und eigenwillige Musik haben ihn ebenso fasziniert wie die Aufrichtigkeit und menschliche Würde, der er auch im Kleide bitterer Armut und noch weithin herrschenden Analphabetentums begegnet ist.

Wer die mitreißenden Trommelschläge der Bambara oder die berühmten Maskentänze der Dogon erlebte, den unverwechselbaren Geruch eines afrikanischen Marktes nach Trockenfisch, Gewürzen und Schweiß in der Nase hatte und den roten Laritstaub der Waschbrettpisten zwischen den Zähnen spürte, kann Mali auch nach zehn, zwanzig oder dreißig Jahren nicht vergessen.

Ihn hat das Land am Niger nicht mehr losgelassen und gemeinsam mit früheren Arbeitskollegen aus der FDJ- Freundschaftsbrigade und interessierten Freunden ist er im Oktober 2006 erneut nach Mali gereist.

Das Wiedersehen mit dem Land seiner Jugenderinnerungen und mit afrikanischen Freunden am Ort der gemeinsamen Arbeit, aber auch seine heutige Sicht als Künstler auf die Menschen, ihre einzigartige Architektur und die Schönheit und Gegensätzlichkeit der Landschaft haben ihn sehr berührt und zu dieser Ausstellung historischer und aktueller Fotos aus Mali angeregt.

Mit seinen Bildern möchte er dem Betrachter Mali und seine Menschen etwas näher bringen, an die Aufbruchstimmung der ersten Jahre nach Erringung der nationalen Unabhängigkeit erinnern und einen Blick in die Gegenwart und kulturelle Vielfalt eines afrikanischen Landes vermitteln.

Es reicht von den tropischen Wäldern bei Sikasso bis zu den Salzlagerstätten von Taodenni in der Sahara und zieht sich 1.700 Kilometer an den Ufern des Niger entlang, den die Bambara liebevoll Djoliba, den singenden Fluss nennen. Der mächtige Strom ist die Lebensader des Landes, uralter Handelsweg und Nahrungsquelle der Menschen. Er trägt ihre Boote, ernährt sie mit Fisch, bewässert ihre Reisfelder und liefert, wo er die Wüste berührt, das Grünfutter für ihr Vieh.

Ein Mekka für deutsche Afrika-Touristen kann man Mali nicht gerade nennen. Es gibt weder Billigflüge dorthin, noch kann man dort Elefanten, Löwen und Zebraherden aus dem fahrenden Auto heraus fotografieren. Als eines der ärmsten Länder Afrikas und als Opfer wiederholter Dürre-Katastrophen ist Mali den Menschen hier gerade noch bekannt.

Gemeinsam mit Angehörigen des Centre d´Animation Rurale nahmen vor 45 Jahren, im Jahre 1964, junge DDR-Entwicklungshelfer im landwirtschaftlichen Ausbildungszentrum von Somo den Kampf gegen Mangelernährung, Unwissenheit und ökonomische Rückständigkeit auf. Drei Jahre später, im April 1967, begann eine zweite FDJ-Freundschaftsbrigade mit einem ähnlichen Auftrag im 200 Kilometer entfernten Dioro ihre Arbeit. Auch an diese insgesamt 16 Jahre dauernde deutsch-malinesische Zusammenarbeit unter zum Teil schwierigsten klimatischen und materiellen Bedingungen möchte er in dieser Ausstellung erinnern.

Peulhfrau mit Goldschmuck

Peulhfrau mit Goldschmuck

Eine Afrikanerin mit gesenktem Kopf und weissem Gewand trägt zwei schwere, aus Gold getriebene, Ohrringe von etwa 10 cm Durchmesser. Zusätzlich trägt die Frau an der Nase einen kleinen und auf der Stirn drei ebensolche Goldringe. Ergänzt wird der Schmuck durch einen Bernstein und zwei Silbermünzen auf dem Scheitel.

Bambarabauer mit Fahrrad

Bambarabauer mit Fahrrad

Ein afrikanischer Radfahrer mit weisser Kappe und ebensolchen Halbschuhen, dunklem Hemd, knielanger blauer Hose und einer krummstieligen Hacke hat am Rande einer Piste aus roter Lateriterde angehalten.Hinter ihm erstrecken sich bis zum Horizont grüne Reisfelder.

Bambaramädchen mit Brüderchen

Bambaramädchen mit Brüderchen

Ein etwa achtjähriges dunkelhäutiges Mädchen mit kurzem Haar und einem weissen, löchrigen langen Gewand trägt einen etwa zweijährigen Jungen huckepack auf dem Rücken, Beide sind barfuss und vor der Wand eines Lehmhauses abgebildet.

Tuaregmann als Schmuckverkäufer

Tuaregmann

Ein braungesichtiger junger Mann mit schwarzem Schnurrbart und weissen Zähnen lacht den Betrachter an. Turban, offener Gesichtsschleier, Oberkleid und Hose sind aus demselben leuchtend blauen Stoff. Vor ihm liegt ein blaues Tuch im Sand, auf dem Armreifen und Perlenketten mit Schnüren ausgebreitet sind. Auf einem kleinen Holzkohleöfchen mit Henkel steht eine türkisfarbene Teekanne. In den Händen hält der Mann einen dunkelgrünen Lederbeutel.

Maskentänzer der Dogon

Maskentänzer der Dogon

Eine Gruppe Männer mit roten und grünen Baströcken und ebensolchen Büscheln an den Ellenbogen blickt in die Kamera. Ihre dunklen Holzmasken mit grünen Bastkrausen und langen Lederbärten sind im Gesicht teilweise weiss gefärbt und wie die knappe Brustbekleidung mit weissen Kaurimuscheln verziert.

Zwei der Masken tragen ein Geweih aus weissen Holzlatten, dass an einen stilisierten Menschen mit gespreizten Beinen und erhobenen Händen erinnert und sind zusätzlich mit roten und weissen Quadraten bemalt.

Bobomädchen mit moderner Stadtfrisur

Bobomädchen

Eine junge Afrikanerin mit einem weissen, mit bunten Blättern besticktem Kleid, lächelt den Betrachter an. Ihr rechter Arm liegt auf der Bordwand eines Botes. Die Hände sind in einander verschränkt. Ihr Haar hat eine glattgekämmte Pagenfrisur.

Über Brust und Kleid liegt eine Kette aus runden und spindelförmig geschliffenen Steinen und dunklen Holzperlen.