Mark Twain das "Lebende Buch"

geschrieben von Maike Niederhausen, Meldung vom 04.03.2010.

Zum 100. Todestag am 21.4.2010.

Porträt Mark Twain

Am 30. September 1991 wurde die heutige Bezirkszentralbibliothek Mark Twain im FreizeitForum Marzahn eröffnet.

Damals war sie noch namenlos.

Einige Namen aus der Vorwendezeit wurden auf Grund der politischen Ereignisse um den Mauerfall verworfen.

1993 übernahm die Bibliothek den gesamten Bestand englischsprachiger Literatur einer amerikanischen Truppenbibliothek in Stuttgart.

Fortan wehte ein Hauch amerikanischer Literatur durch dieses Haus und vielleicht auch schon ein Hauch von Mark Twain.

So entstand die Idee, der Bibliothek den Namen Mark Twain, der eigentlich Samuel Langhorne Clemens hieß, zu geben.

Er wurde am 30.11.1835 in Florida Missouri geboren.

Mark Twain bedeutet ZWEI FADEN (Wassertiefe, rund 3.70 m), eine Erinnerung an seinen Lebensabschnitt als Steuermann auf dem Mississippi.

Mit einiger Wassertiefe und immer auf Kurs bedacht schipperte von nun an die Bibliothek durch die wechselvollen Zeiten.

Unmengen neuer Literatur wurden gekauft, andere Medien angeschafft, das Zeitalter der Technik eingeläutet und eine riesige Zahl an Veranstaltungen, Projekten und Führungen organisiert.

Immer dabei waren Tom Sawyer, Huckleberry Finn und all die anderen Werke von Mark Twain, der besonders wegen seiner humoristischen Erzählungen und der scharfzüngigen Kritik an der amerikanischen Gesellschaft berühmt war.

Ab 1852 reiste Mark Twain als wandernder Schriftsetzer umher und verbrachte viele Abende in Öffentlichen Bibliotheken, um seine bis dahin mangelhafte Allgemeinbildung erheblich zu verbessern.

1874 erstand er in Boston eine Remington-Schreibmaschine und lieferte mit "Tom Sawyers Abenteuer" als erster Autor seinem Verlag ein maschinengeschriebenes Buchmanuskript ab.

Einige Monate verbrachte er sogar in Berlin. Die Stadt gefiel ihm so gut, dass er später seine beiden Töchter dorthin zum Studium schickte.

Mark Twain hatte ein sehr bewegtes Leben, was über weite Strecken von Armut, Entbehrung und persönlichen Schicksalsschlägen geprägt war.

Als er am 21.April 1910 starb, waren seine Frau und seine beiden Töchter bereits tot.

Teile der amerikanischen Truppenbibliothek beherbergt die Bezirkszentralbibliothek immer noch.

Und wenn Mark Twain in diesem Jahr nicht bereits 100 Jahre tot wäre, würden wir ihn in unsere Vortragsreihe "Lebende Bücher" einladen.

Da passt er hin, als ein Mann, der immer etwas Besonderes war und ein Freund der Bibliotheken dazu.

Er hätte sich hier wohl gefühlt unter all den verschiedenen Medien, Kulturen und Altersgruppen an Besuchern.

Deshalb bleiben seine Geschichten so lebendig wie er selbst.

Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.

Mark Twain

Das Bild von Mark Twain wurde von der United States Library of Congress's Prints and Photographs Division der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Digital ID cph.3a08820.

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