Laudatio von Prof. Dr. Klaus Siebenhaar

Porträt Prof. Dr. Klaus SiebenhaarAm Abend des 30. Januar 2009 fand im Jüdischen Museum Berlin die Preisverleihung des Biene-Award 2008 statt. Eine BIENE in Silber erhielt der VÖBB (Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins). Wir berichteten bereits darüber.

Die Laudatio zur Verleihung des Preises hielt Herr Prof. Dr. Klaus Siebenhaar.

Diese Laudatio sprach uns so sehr aus dem Herzen. Manchmal sieht man sich schon, einem unendlich langen und schweren Kampf ausgesetzt, für den Erhalt der Bibliotheken und deren Lobby in der Öffentlichkeit. Am "Tag danach" ging die gute Nachricht durch alle Bibliotheken Berlins. Es gibt wohl niemanden, der nicht stolz ist und ergriffen über diese Anerkennung.

Damit alle die so treffende und für uns bewegende Laudatio auch hören können, baten wir Herrn Prof. Dr. Siebenhaar uns diese zur Veröffentlichung zur Verfügung zu stellen. Er hat eingewilligt. Das Institut für Kultur-und Medienmanagement der Freien Universität Berlin, Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften hat uns die Laudatio als MP3 und Textversion übermittelt. Wir danken herzlichst.

Aber nun genug der Worte. Hören oder lesen Sie selbst.

Prof. Dr. Siebenhaar

Herr Prof. Dr. Siebenhaar ist Direktor Institut für Kultur- und Medienmanagement und BerlinMediaProfessionalSchool (BMPS) sowie Leiter Zentrum für Audience Development (ZAD) der Freien Universität Berlin.

1972 - 1979 Studium der Germanistik, Theaterwissenschaft und Philosophie an der Freien Universität Berlin, 1979 Promotion zum Dr. phil., 1993 Habilitation; seit 1988 Leiter des Instituts für Kommunikationsgeschichte und angewandte Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin; seit 2000 außerplanmäßiger Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin; seit 1991 Professor für Kulturmanagement und Direktor des Instituts für Kultur- und Medienmanagement, bis 2004 Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin, seit dem Wintersemester 2004/2005 Freie Universität Berlin, Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften; seit 2006 Beauftragter für das Hochschulmarketing der Freien Universität Berlin und Leiter Zentrum für Audience Development (ZAD).

Des Weiteren 1990 - 2001 Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit und Marketing sowie Mitglied der künstlerischen Leitung des Deutschen Theaters Berlin und seiner Kammerspiele; 1994 - 1999 Verlagsleiter Fannei & Walz und FAB; seit 1999 Geschäftsführender Gesellschafter des B&S Siebenhaar Verlags; 2001 - 2006 Leiter Marketing, Development & Services des Jüdischen Museums Berlin.

Zahlreiche Veröffentlichungen zur Deutschen Literatur des 18. bis 20. Jahrhunderts, Drama und Theater, Kulturpolitik und Kommunikationswissenschaft sowie zu Fragen des Kultur- und Medienmanagements. Zahlreiche Ausstellungen: Akademie der Künste, Deutsches Theater, Kunstforum der Grundkreditbank, Nationalbibliothek Wien, Paulskirche Frankfurt/Main, Jüdisches Museum Berlin. Mitglied in verschiedenen nationalen Gremien, u.a. Mitglied im AOL-Sicherheitsrat. Beratungs- und Vortragstätigkeit für diverse Theater, Kulturinstitutionen und Wirtschaftsunternehmen zu Kommunikations-, Marketing- und Strukturfragen.

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Länge: 05:51

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Professor Dr. Klaus Siebenhaar
Laudatio BIENE Award 2008
Preisverleihung 30.01.2009 im Jüdischen Museum Berlin

Vielen Dank, der Sieger für die silberne Biene hat vielleicht die schrecklichste Abkürzung, aber es ist die erste Biene für einen Bibliotheksverbund hier in diesem Wettbewerb, deshalb sind wir alle in der Jury froh, ich ganz besonders, mehr dazu gleich, ich bitte also den Vöbb (Verbund öffentlicher Bibliotheken in Berlin) hier auf die Bühne.

Also sie sehen nicht nur glückliche Gewinner, sondern auch einen glücklichen Juror. Als Mitglied der Generation der digital immigrants - die gibt es auch - werde ich mein ganzes Leben lang ein leidenschaftlicher Liebhaber öffentlicher Bibliotheken sein, sie sind der Ort, in dem zumindest meine Generation seine primäre kulturelle Bildungssozialisation empfangen hat. Umso zorniger macht es mich bis heute, dass öffentliche Bibliotheken im Vergleich zu Theatern, zu Museen oder Konzerthäusern eigentlich über keine Lobby verfügen, in der Medienöffentlichkeit gerade hier in Berlin.

Es ist gerade wieder eine große Bürgerbewegung für ein von der Schließung bedrohtes Boulevardtheater gebildet worden. Wenn Stadtbibliotheken oder Bezirksbibliotheken oder ihre Dependancen geschlossen werden, finden sie keine entsprechenden Proteste in den Medien. Ich glaube, besonders an dieser traditionellen Institution können wir bestens die Chancen des neuen digitalen Zeitalters ablesen.

Ich denke, von nun an kann fast jede Bibliothek ein - im besten Sinne - Doppelleben führen, eine Doppelexistenz im virtuellen Raum des Netzes und als physische Institution. Gerade am Beispiel der Bibliotheken können wir auf sehr produktive Art und Weise die wechselseitige Durchdringung von alten und neuen Medien veranschaulichen und auch gemeinsam erleben.

Also: einen herzlichen Glückwunsch an diese Initiative - und das sage ich auch voller Lokalpatriotismus: Wer Berlin nicht kennt kann vielleicht nicht ganz ermessen, was das bedeutet, sich hier miteinander zu vernetzten und wirklich kooperativ zu agieren. 2,7 Millionen, man sagt ja heute nicht mehr nur Bücher, sondern Medieneinheiten sind auf diese Art und Weise abrufbar, man kann sie recherchieren, man kann sie bestellen, und die Website hat uns, ich sage es ganz unwissenschaftlich, einfach prima gefallen.

Und wir hoffen, dass dieses gute Beispiel viele, viele Nachahmer findet, damit wir auch in Zukunft physisch-real und virtuell über sehr, sehr viele dieser magischen Orte verfügen. Vielen Dank.

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Weitererführende Informationen (externe Links)

Auf dieser Seite kommen 4 Begriffe vor, die im Wörterbuch in Standardsprache erklärt werden. Das sind die Begriffe: VÖBB, Laudatio, Medien, Bibliothek.

Auf dieser Seite kommen 6 Begriffe vor, die im Wörterbuch in leichter Sprache erklärt werden. Das sind die Begriffe: Bibliothek, Laudatio, Medien, Stadtbibliotheken, Artikel, Informationen.