Grusswort des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit

des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit,
für das Projekt “Lebende Bücher in Ihrer Bibliothek”
des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf

- Veranstaltung am 20. April 2007 -

Regierender Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit

Lesen bildet. Über diese alte Wahrheit lässt sich kaum streiten. Natürlich dient Lesen der Bildung. Literatur hilft, die Welt besser kennen zu lernen, andere Sichtweisen zu verstehen, neue Zusammenhänge zu entdecken. Und doch leisten Bücher noch viel mehr. Sie können uns verzaubern oder trösten, uns im Innersten berühren, unsere Phantasie beflügeln, glücklich machen.

Kurzum: Lesen bereichert unser Leben. Wer nicht gerne liest, dem entgeht etwas. Deshalb ist es gerade im Zeitalter von Internet, Fernsehen und Computerspielen so wichtig, die Liebe zu Büchern, die Leselust, engagiert zu fördern. In Berlin leisten das unter anderem unsere Stadtbibliotheken. Nur: Die Menschen müssen zunächst einmal bereit sein, eine Bibliothek aufzusuchen.

Die Stadtbibliothek Mahrzahn-Hellersdorf hat sich deshalb etwas Besonderes einfallen lassen: Das Projekt “Lebende Bücher”. Es funktioniert nach dem bewährten Prinzip. Besucher leihen etwas aus und bringen es wieder zurück. Nur: Diesmal werden keine Bücher “verliehen” sondern Menschen. Es sind Menschen mit ganz unterschiedlichen Berufen, Erfahrungen und Interessen. Und sie sind bereit, sich persönlichen Fragen zu stellen und etwas von ihrem Leben, ihren Ansichten und ihrem Engagement zu erzählen.

Das ist ein wunderbares Projekt. Es hat vor allem zum Ziel, Toleranz und gegenseitige Akzeptanz zu fördern. Hier kommen Menschen miteinander ins Gespräch, die sich im Alltag sicherlich niemals begegnet wären. Das kann helfen, Vorurteile abzubauen und für mehr Respekt vor unterschiedlichen Lebensweisen und Einstellungen zu sorgen. Und vielleicht ermutigt das Projekt sogar manch eine Besucherin oder einen Besucher dazu, sich bürgerschaftlich zu engagieren. Denn viele der am Projekt Beteiligten setzen sich in ihrer Freizeit für eine gute Sache ein. Zu hören, wie bereichernd das oft auch für einen selbst sein kann, mag ansteckend wirken. Deshalb freut es mich auch sehr, dass vor allem Schulklassen zu diesem Projekt eingeladen sind.

Zugleich bin ich davon überzeugt, dass ein Gespräch mit einem “lebenden Buch” manch einen dazu animieren wird, häufiger in der Bibliothek vorbeizuschauen und zwischen zwei Buchdeckeln neue Geschichten zu entdecken. Auf diese Weise dient das Projekt - fast nebenbei - noch einem weiteren Ziel: Es fördert das Interesse am Lesen.

In diesem Sinne wünsche ich dem Projekt “Lebende Bücher in Ihrer Bibliothek” sehr viele Besucherinnen und Besucher. Dem Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, der dortigen Stadtbibliothek sowie allen, die bereits sind, als “lebende Bücher” mitzumachen, danke ich sehr herzlich für ihr wichtiges Engagement.

Klaus Wowereit

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