Gedanken zur Lesung mit Heinz Florian Oertel

Geschrieben von Maike Niederhausen am 16.05.2008

Mittwoch, der 14. Mai 2008, gewohnte Lesezeit für das „Literarische Frühstück“ in der Bezirkszentralbibliothek Mark Twain: alles wie immer und auch nicht.

Heinz Florian Oertel "liest" oder soll lesen, wird frenetisch begrüßt von nahezu 200 Besuchern. Das ist neuer Rekord in der Geschichte dieser Veranstaltungsreihe. Nicht alle können den beliebten Sportreporter und Entertainer gut sehen. Aber alle hören ihn gut, weil er ein brillanter Rhetoriker ist.

Aufgewachsen in vier extremen Gesellschaftsformen (Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Sozialismus und Kapitalismus) vertritt Heinz Florian Oertel noch immer fest "seine" Meinung.

Er betont immer wieder, dass es in seinen Büchern um Dialog und Auseinandersetzung geht. Unterschiedliche Auffassungen können sehr kreativ sein und akzeptabel so lange es dabei friedlich zugeht. Oder wie seine Oma immer sagte:

Wenn Du mit dem Finger auf Andere zeigst, bedenke immer, dass drei Finger Deiner Hand auf Dich selbst zeigen!

Heinz Florian Oertel

Heinz Florian Oertel hat nicht eine Zeile aus seinem Buch gelesen. Er hat 110 Minuten erzählt, gefragt und geantwortet. Er hat seine „Hauptstraße“ einige Male verlassen und sich in gedanklichen „Nebenstraßen“ verfahren. Jedes Mal gelangte er mit Witz, Charme und unglaublichem Reichtum an Wissen zurück auf seinen Weg.

Das war eine beeindruckende Vorstellung des promovierten Journalisten und des wohl populärsten Sportreporters der DDR Heinz Florian Oertel.

Und wenn einige Besucher ihn mit „Du“ ansprachen, dann brachten sie damit ihre Bewunderung, Anerkennung und Nähe zum Ausdruck.

Wo er als nächstes liest, war eine häufige Frage am Ende.


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